Fettige Finger

Nicht bloggen ist auch keine Lösung.



14.05.10

Gereizt!

Armee-Frauen sind gerade mein Thema, offensichtlich. Diesen Post will ich schon seit Tagen schreiben, es handelt sich um einen meiner momentan Lieblings-Aufreger - nun hab ich im Grunde genommen zu lange gewartet, denn die Mädchenmannschaft ist mir "zuvorgekommen". Aber das macht ja nichts, denn darüber kann man sich ruhig an verschiedenen Stellen und mehrmals aufregen! Hab den Mannschafts-Post auch noch nicht gelesen, das mach ich dann besser im Anschluss... 


Die Marke "Axe" sah in ihrer Werbe- und Image-Strategie ja immer vor, ihr Produkt als expliziten Männer-Duft zu etablieren, indem das Antitranspirant mit geradezu magischen Fähigkeiten ausgestattet wurde. Zaubertrank-gleich machte es noch den schlaksigsten Bubi zum unwiderstehlichen Frauenschwarm. Die mäßig originelle Inszenierung (angeblicher) Männerphantasien kam irgendwann in besseren Tagen wenigstens noch mit ein bisschen Augenzwinkern daher - man erinnere sich an den TV-Spot, in dem die Freundin sein Deo benutzt und feststellen muss, dass ihr lauter schöne Frauen nachstellen. Dass die Zeiten dieser Ironie endgültig vorbei sind, davon zeugt die aktuelle, absolut ironiefreie Werbekampagne des Deos: 



Damit wäre auch der Schlenker zu den "Armee-Frauen" deutlich... Haha. Ich finde man kann hier ziemlich gut sehen, wie die Optik des (v.a. auf Männer ausgerichteten) Internet-Sex- und Porno-Content immer selbstverständlicher in unseren Alltag eindringt. Da wäre zunächst mal: die Konzentration auf "das Wesentliche": Beine, Arsch, quasi nackt. Eine Frau zerlegt in Körperteile, die zudem ausschließlich der sexuellen Anziehung des anderen Geschlechts dienen, unwichtiges (Kopf) kann weggelassen werden. Dann: die Rückansicht. Im Pornokontext und dem darin entwickelten Repertoire an Posen geht es um sexuelle Phantasien und das Suggerieren selbiger. Hier dann also "Frau von hinten" = von hinten nehmen, Doggy-Style, Anal und so weiter. Sorry wenn ich es mal so ausspreche. Und dann noch: die "Bekleidung", Porno-Heels und Hotpants, die natürlich in dem Fall vor allem dem Sichtbarmachen des Darunterliegenden dient (Arschfixierung, s.o.), und der Einordnung ins bekannte Rollenarsenal: als das sexy Army-Babe (hat Schnittmenge mit der sexy Sekräterin, der sexy Krankenschwester - z.B. als Armeekrankenschwester! - oder der sexy Lehrerin). Da steht sie nun sinnfrei den Mann (Pilot) heranwedelnd, auf der Männlichkeitsbastion Flugzeugträger, und gemahnt uns in der Porno-Ästhetik des Jahres 2010 an Top-Gun-Jahr-1986 bessere Zeiten, als Männer noch Männer waren und Frauen noch Frauen, und es Frauen in der Armee höchstens als Pin-Ups in den Spinden gab - oder als sexy Psychologin, die das zerrüttete Flieger-Ego im Bett (nicht auf der Couch) wieder heile (= schußbereit) machte.

Nur in einem Punkt muss man Axe ja völlig Recht geben: Frauen reizen tun sie auf jeden Fall. Mein Würge- und Kotzreiz ist jedenfalls relativ ausgeprägt, wenn ich dieses Schwachsinn-Plakat sehe. 

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