Fettige Finger

Nicht bloggen ist auch keine Lösung.



28.04.10

Was mein Unterbewusstsein zur Finanzkrise zu sagen hat


Auch wenn wissenschaftlich nichts bewiesen ist – das glaube ich zumindest – bin ich von einem Einfluss des Vollmonds auf manche Menschen, besonders auf ihren Nachtschlaf in betreffenden Nächten, fest überzeugt! Denn ich habe selbst schon oft genug besonders wüste Träume und unruhige Nächte durchlebt und erst am nächsten Morgen festgestellt, dass mal wieder Vollmondnacht war. Ich würde mir deswegen nicht die Haare nur bei Vollmond/Neumond/Halbmond schneiden lassen oder per Pendel entscheiden, ob ich beim Bio-Bäcker Apfeltasche oder Nussecke will (alles schon gesehen: „Oh, heute will ich wohl Apfel, na so was!“). Aber ein bisschen Esoterik darfs schon sein, in dieser Hinsicht, sämtliche Gegenargumente wie „Zufall“, „statistisch nicht nachweisbar“, „Autosuggestion“ oder „Humbug“ prallen an mir ab!
Und letzte Nacht, prompt wieder ein Beweis! Ok, diesmal wusste ich auch schon vorher, dass der Mond groß und rund am Himmel steht – war ja auch kaum zu übersehen. Außerdem bin ich auch sonst eher aufgewühlt momentan (Meine Theorie: die zweite Pubertät. Kurz vor der großen 30 drehe ich einfach um in der Entwicklung, aus Protest. Schreckliche Vorstellung!) Nichtsdestotrotz, ein wirrer Vollmond-Traum, der mich dann auch erwachen ließ – so dass ich ihn mir zumindest zum Teil einprägen konnte, um ihn hier mit euch zu teilen.
Und zwar ging es darin um nichts geringeres als meinen persönlichen Kommentar zur Finanzkrise, zu den rücksichtslosen Bankern, dem menschenverachtenden Großkapital! Ein mir unbekannter junger Mann, im Comic-Stil gehalten, trachtete in eine Art Geheimbund / Loge von Superreichen aufgenommen zu werden, dessen Sinn und Zweck, so genau wurde es nicht erklärt, aber man darf es annehmen, ist, sich gegenseitig noch viel reicher zu machen. ÜBERreich. Sagenhaft reich. Klassisch Geheimbündlerisch war die Szenerie sehr düster, man trug Kapuzenkutte. Vor der Aufnahme musste man natürlich ein Ritual durchlaufen, um zu beweisen, dass es einem ernst war mit dem Superreichtum. Und das war perfide: Dazu musste man einen unvorstellbaren teuren Wertgegenstand, möglichst handlich, mitbringen, und ihn in einer steinernen Opferschale vor den Augen aller zerstören/ in Flammen aufgehen lassen/ pulverisieren/ etc. Das konnte ein sündhaft teurer Pelzmantel sein (plus Diamantenapplikation), oder eines von diesen Handys aus Gold (plus Diamantenapplikation), unter einer halben Million ging eigentlich nicht. Im Klartext: Wer die Chance bekommen will, unfassbar reich zu werden, muss erstens schon was haben, und auch bereit sein, es einfach so zu verpulvern. Peanuts.
Ob der junge Mann es geschafft hat, hab ich dann nicht mehr erfahren, ich wachte auf. Der Clou an der ganzen Geschichte war aber eigentlich, dass der Traum ein FORMAT hatte. Das ganze war nämlich eine Doku-Soap. Original mit Sprecher aus dem Off, Interviewsequenzen,  Untertitel (Markus S., 32, Anwärter) . Du liebe Güte! Was soll ich davon halten? TV-Formate infiltrieren meine Träume! Was würde Marshall McLuhan dazu sagen?? Sollte ich mir Sorgen machen?
Andererseits: wenigstens hab ich jetzt das Großkapital durchschaut. Da soll noch mal einer sagen, dass Fernsehen nicht bildet – und der Vollmond keinen Einfluss auf die Menschen hat. Ha!

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